RFID-Fallstudie: Nachverfolgung von FloraHolland-Schlossplatten zur Reduzierung von Verlusten im Blumen- und Pflanzentransport

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Fa. J. Dobbe & Zn. Transport ist ein niederländisches Transportunternehmen, das in der Floristikbranche tätig ist und regelmäßig kurze Transportstrecken zwischen Züchtern und der FloraHolland-Auktion bedient. Für diese Transporte nutzt das Unternehmen FloraHolland-Stapelwagen, die mit gemieteten Schlossplatten ausgestattet sind. Wenn der Überblick über diese Schlossplatten verloren geht, kann dies zu erheblichen laufenden Miet- und Ersatzkosten führen. Der Systemintegrator RTiOT implementierte eine automatisierte UHF-RFID-Lösung mit Chainway-Lesegeräten und Times-7-Antennen, die von Cisper geliefert wurden, um Dobbe eine bessere Übersicht über die rund 9.000 im Umlauf befindlichen Schlossplatten zu ermöglichen.

 

Herausforderung

Dobbe transportiert Blumen und Pflanzen zwischen Züchtern und der FloraHolland-Auktion und nutzt für diese Kurzstreckentransporte FloraHolland-Auktionswagen.

Wenn ein Auktionswagen das Gelände der Auktion verlässt, muss er mit einer gemieteten Schlossplatte ausgestattet sein. Die Platte wird am Wagen befestigt und berechtigt den Nutzer dazu, diesen vom Auktionsgelände mitzunehmen. Dobbe hat etwa 9.000 dieser Schlossplatten im Umlauf.

Wenn der Überblick über diese Platten verloren geht, kann dies kostspielig werden. Befindet sich eine Schlossplatte nicht mehr im Logistikprozess, ist aber weiterhin als gemietet registriert, laufen die Mietkosten weiter. Kann eine Schlossplatte nicht zurückgegeben werden, können zusätzliche Kosten entstehen.

Zuvor hatte Dobbe nur begrenzten Einblick darin, welche Schlossplatten noch aktiv im Umlauf waren. Mitarbeitende scannten in regelmäßigen Abständen eine begrenzte Anzahl von Schlossplatten manuell über Barcodes. Dieser manuelle Prozess lieferte jedoch nur zu etwa 5 % der Platten Informationen.

Dobbe wandte sich daher mit einem klaren Ziel an RTiOT: Es sollte eine automatisierte Möglichkeit geschaffen werden, Schlossplatten bei ihrer Bewegung durch den Standort zu registrieren und einen besseren Überblick darüber zu erhalten, welche Platten sich noch im Umlauf befinden und wann sie zuletzt erfasst wurden.

Eine wichtige Grundlage war bereits vorhanden. Jede FloraHolland-Schlossplatte verfügt neben ihrem GS1-Barcode über einen integrierten UHF-RFID-Tag. RTiOT konnte die Lösung daher auf Basis der vorhandenen Tags entwickeln, ohne die rund 9.000 Assets mit neuen RFID-Etiketten ausstatten zu müssen.


Lösung

RTiOT entwickelte ein automatisiertes RFID-Tracking-System rund um die Laderampen und Personaleingänge von Dobbe. Insgesamt wurden sieben RFID-Lesepunkte installiert: fünf an den Ladetoren und zwei an den Personaleingängen.

Automatisierte RFID-Erfassung an den Ladetoren

Die fünf Ladetore bilden die wichtigsten Kontrollpunkte für Auktionswagen, die den Standort betreten oder verlassen. Jeder Lesepunkt verwendet einen stationären Chainway U300 RFID-Reader mit zwei Times-7 A6032 Antennen, geliefert von Cisper.

Die Antennen erfassen automatisch die in den Schlossplatten integrierten UHF-RFID-Tags, wenn die Auktionswagen die Ladetore passieren. Dadurch müssen Mitarbeitende die Platten nicht mehr einzeln scannen.

Die Leseumgebung stellte eine besondere technische Herausforderung dar. Die Schlossplatten befinden sich an der Vorderseite der metallischen Auktionswagen, während die Antennen seitlich am Durchgang installiert sind. Dadurch sind die RFID-Tags nicht immer direkt auf die Antennen ausgerichtet.

Darüber hinaus kann Dobbe Züge mit bis zu etwa 20 Auktionswagen mit relativ hoher Geschwindigkeit durch ein Ladetor bewegen. Das System muss die Tags außerdem in beiden Fahrtrichtungen erfassen, da sich die Ausrichtung der Schlossplatten zwischen Be- und Entladung verändert.

RTiOT führte mehrere Tests durch, um die richtigen Positionen und Winkel der Antennen zu bestimmen. Die Times-7 A6032 Antennen bieten ein breites, zirkular polarisiertes Lesefeld, das unterschiedliche Tag-Ausrichtungen besser berücksichtigt. Durch ihr schlankes Design können sie zudem dicht an der Konstruktion der Ladetore montiert werden, wodurch das Risiko einer Beschädigung durch vorbeifahrende Wagen reduziert wird.

Erfassung von Schlossplatten an Personaleingängen

Nicht jede Schlossplatte passiert ein Ladetor. Fahrer und andere Mitarbeitende können auch mehrere lose Platten unter dem Arm durch einen Personaleingang zu einem Lkw tragen.

Um auch diese Bewegungen zu erfassen, installierte RTiOT zwei zusätzliche RFID-Lesepunkte an den Personaltüren. Diese verwenden ebenfalls Chainway U300 Reader, kombiniert mit Times-7 A5010 Antennen.

An diesen Standorten sind die Antennen höher montiert und nach unten auf die Personen ausgerichtet, die durch den Eingang gehen. Diese abweichende Konfiguration ermöglicht es dem System, Schlossplatten zu erkennen, die von Hand getragen werden, anstatt an einem Auktionswagen befestigt zu sein.

Jeder der sieben RFID-Lesepunkte verwendet zwei Antennen.

RFID-Lesepunkt an einem Personaleingang

RFID-Lesepunkt an einem Personaleingang mit einem Chainway U300 Reader und einer Times-7 A5010 Antenne.

Verknüpfung der RFID-Daten mit Floritrack

Jede Schlossplatte verfügt außerdem über einen GS1-Barcode. Im System von RTiOT ist der Barcode mit dem auf dem RFID-Tag gespeicherten EPC verknüpft. Dadurch kann das System die einzelne Schlossplatte identifizieren, sobald ihr Tag erfasst wird.

RTiOT entwickelte die Middleware, die die RFID-Daten von den sieben Lesepunkten sammelt, doppelte Erfassungen entfernt und die Informationen in vereinfachter Form an Floritrack übermittelt.

Bei jeder Erfassung zeichnet das System auf, welche Schlossplatte erkannt wurde, an welchem Lesepunkt und zu welchem Zeitpunkt.

Floritrack kombiniert diese RFID-Erfassungen mit der Liste der von Dobbe gemieteten Schlossplatten. Dadurch entsteht eine automatisch aktualisierte Übersicht darüber, welche Platten weiterhin im Logistikprozess auftauchen und welche über einen längeren Zeitraum nicht mehr erfasst wurden.

Wenn eine Schlossplatte als vermisst erscheint, kann Dobbe deren zuletzt aufgezeichnete Bewegung zurückverfolgen. Das Unternehmen kann feststellen, welches Ladetor die Platte passiert hat und zu welchem Zeitpunkt. Diese Informationen lassen sich anschließend mit dem Lkw verknüpfen, der zu diesem Zeitpunkt am Ladetor stand, und gegebenenfalls auch mit dem Züchter, der zu diesem Transport gehörte.

Floritrack kann außerdem eine Benachrichtigung erzeugen, wenn eine zuvor vermisste oder abgekaufte Schlossplatte erneut erkannt wird.

Ergebnisse

Die RFID-Lösung hat Dobbes Überblick über den Bestand an Schlossplatten deutlich verbessert:

  • Die Scanabdeckung stieg von etwa 5 % auf fast 60 %: Vor der Einführung von RFID setzte Dobbe auf regelmäßige Stichproben per Barcode-Scan. Nach rund einem Monat im Live-Betrieb erfasste das automatisierte RFID-System bereits nahezu 60 % der Schlossplatten.
  • Besserer Überblick über aktiv genutzte Schlossplatten: Aktuellere Daten in Floritrack zeigen, dass etwa 75 % der Schlossplatten von Dobbe aktiv in den eigenen Prozessen genutzt werden. Ein Teil der verbleibenden Platten wurde an Kunden weitervermietet und kann zu einem späteren Zeitpunkt in den Prozess zurückkehren.
  • Verbesserte Rückverfolgbarkeit: Dobbe kann sehen, wann und wo eine registrierte Schlossplatte zuletzt erfasst wurde. Dadurch lassen sich Platten, die aus dem Umlauf verschwunden sind, leichter untersuchen.
  • Automatisierte Erfassung: Schlossplatten werden automatisch erkannt, wenn Auktionswagen die Ladetore passieren oder Mitarbeitende Platten durch die Personaleingänge tragen. Manuelle Scans sind heute hauptsächlich noch an den Rückgabestellen von FloraHolland erforderlich.
  • Bessere Kontrolle der Mietkosten: Platten, die über einen längeren Zeitraum nicht mehr im Logistikprozess erfasst wurden, können identifiziert werden. So kann Dobbe entscheiden, ob eine weitere Anmietung wirtschaftlich noch sinnvoll ist.
  • Wiederverwendung vorhandener UHF-RFID-Tags: Da die Tags bereits in den FloraHolland-Schlossplatten integriert waren, mussten an den rund 9.000 Assets keine zusätzlichen RFID-Tags angebracht werden.

Fazit

Die RFID-Lösung von RTiOT verschafft Fa. J. Dobbe & Zn. Transport deutlich mehr Transparenz über die Bewegungen von rund 9.000 FloraHolland-Schlossplatten. Durch die Kombination von sieben automatisierten RFID-Lesepunkten mit Floritrack wurde ein Prozess, der zuvor auf gelegentlichen Barcode-Scans basierte, weitgehend automatisiert.

Das System hilft Dobbe dabei, zu erkennen, welche Schlossplatten noch aktiv sind, wann und wo einzelne Platten zuletzt erfasst wurden und welche Assets aus dem Logistikprozess verschwunden sind. Die Steigerung der Scanabdeckung von etwa 5 % auf fast 60 % innerhalb des ersten Monats schafft eine wesentlich bessere Grundlage für die Verwaltung des Schlossplattenbestands und die Reduzierung vermeidbarer Miet- und Ersatzkosten.

Das Projekt zeigt außerdem, wie bereits vorhandene UHF-RFID-Tags in wiederverwendbaren Transportmitteln genutzt werden können, um die Rückverfolgbarkeit zu verbessern, ohne einen zusätzlichen Tagging-Prozess einzuführen.


Verwendete Cisper-Produkte: